STATEMENT DER KURATIORIN NIKA PERNE
Edition 2026
Licht, ob natürliches oder künstliches, inspiriert Menschen seit jeher und stellt für Künstlerinnen und Künstler ein faszinierendes Material dar. In den letzten Jahrzehnten hat sich Licht zu einem bedeutenden künstlerischen Medium entwickelt, das öffentliche Räume in multisensorische Landschaften verwandelt, in denen Architektur, Innovation, Umwelt und Gemeinschaft aufeinandertreffen.
Die zweite Ausgabe des Internationalen Lichtkunstfestivals RE.LIGHT initiiert einen neuen Dialog mit der UNESCO Welterbestadt Regensburg und nutzt die urbane Umgebung als Leinwand für ortsspezifische Interventionen und als Plattform für die Ausstellung von Werken regionaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler. Regensburg ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte und einem zukunftsorientierten Spirit. Wir laden die Besucherinnen und Besucher ein, das kulturelle Erbe der Stadt neu zu entdecken und bei jedem Festival ihren zeitgenössischen Charakter zu erleben.
Wir freuen uns, Ihnen mehrere neue Veranstaltungsorte beim diesjährigen Festival vorstellen zu dürfen, darunter das Velodrom, die legendäre Radrennbahn, die zu einem Theater umgebaut wurde, das historische Obermünsterviertel, das derzeit zu einer grünen Oase in der Stadt umgestaltet wird, und die kürzlich restaurierte Spitalkirche St. Katharina in Stadtamhof.
Wie schon bei der ersten Ausgabe präsentiert auch die zweite Edition des Festivals Künstlerinnen und Künstler mit unterschiedlichem Hintergrund, die mit dem Medium Licht arbeiten und aufgrund ihrer künstlerischen Qualität, ihrer Fähigkeit, mit den ausgewählten Orten in Dialog zu treten, sowie ihrer Positionierung im Gesamtkonzept des Festivals ausgewählt wurden.
REFLECT, REFRAME, RECONNECT – die zweite Ausgabe von RE.LIGHT will in seinem vielschichten Ansatz zum Nachdenken über gemeinsame Werte anregen, unsere Wahrnehmung vertrauter Orte und Objekte in ein neues Licht rücken, die Grenzen unserer Sinne neu setzen und die Wieder-Verbindung mit unserer Umgebung, uns selbst und anderen fördern – und damit eine kollektive Erfahrung ermöglichen.
Die ausgewählten Kunstwerke zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Mediums Licht und laden uns ein, immersive Umgebungen zu erleben, die sowohl inspirierend als auch herausfordernd sind. Sie vermitteln Botschaften über die Herausforderungen der heutigen Welt, etwa zu sozialer Sichtbarkeit und Geschlechterrollen. Sie heben die Widerstandskraft der Natur hervor, interagieren mit den Orten, an denen sie präsentiert sind und beschreiben diese neu. Sie machen die vielschichtige Geschichte der Stadt sichtbar und ermutigen dazu, sich wieder mit natürlichen Lebensräumen sowie einem Gefühl der Fluidität zu verbinden, was im schnelllebigen urbanen Alltag oft verloren geht. Die Kunstwerke geben uns einen Einblick in das kreative Universum der Künstlerinnen und Künstler und laden dazu ein, in ihre Wunderwelten einzutauchen – damit wir innehalten, erleben und reflektieren können.
Nika Perne, künstlerische Leiterin
