13 – Shuster + Moseley »The Passing-Through«
Über eine Konstellation von Linsen werden zwei phasenverschobene Zeitraffer-Videos vom Sonnenverlauf innerhalb eines Tages gespielt, die entlang eines spektralen Horizonts invertiert und gespiegelt sind. Das Ergebnis ist ein dynamisches Licht-Mobile, das sich im Zusammenspiel aus dieser verschlungenen räumlichen Konstellation und den liminalen Übergängen im Zeit- und Lichtverlauf entfaltet. Die Vermittlung von Zeit durch die Linsen verweist dabei auf die zunehmende Steuerung und Kodifizierung der Aufmerksamkeit durch moderne Wahrnehmungs-technologien. Doch der heraufbeschworene Horizont ist immer unerreichbar und entzieht sich seiner Erfassung am Rande der technischen Einrahmung. Das Werk richtet unseren Blick auf diesen Horizont, den wir nicht überblicken können, der für immer unerreichbar bleibt und uns gerade deshalb Orientierung gibt.
Shuster + Moseley erforschen die duale Natur des Lichts – gleichzeitig physikalisch und psychophysikalisch – durch eine kontinuierliche Untersuchung der Phänomene der Vermittlung, Belichtung und Spektralität. Durch Konstellationen aus optischen Linsen oder großformatigen prismatischen Glasskulpturen nutzen ihre Arbeiten das pharmakologische Potenzial des Lichts, um Erfahrungen zu fragmentieren und zu dimensionalisieren. Im Kontext von Aufmerksamkeits-Konditionierung und medialer Sättigung hinterfragen ihre Arbeiten die Linse und den Bildschirm als Schnittstellen der Wahrnehmungsrahmung und dekonstruieren den fotografischen Apparat, um so Instrumente der spektralen Artikulation und zeitliche Umgebungen der Belichtung zu schaffen.